Israel verweigert taz-Korrespondentin Akkreditierung
Israel entzieht der taz-Korrespondentin Serena Bilanceri die Akkreditierung wegen kommentierter Forderungen nach Sanktionen; die Zeitung kritisiert die Entscheidung scharf.
Autor: Dr. Hans-Peter Luippold
Quelle: FAZ – FeuilletonLesezeit rund 2 Minuten
Die Nachricht
Israel verweigert der taz-Korrespondentin Serena Bilanceri die Akkreditierung, weil sie in Kommentaren Sanktionen gefordert habe. Die taz reagiert mit scharfer Kritik auf den Entzug der Akkreditierung.
Warum das wichtig ist
Die Entscheidung betrifft Journalisten, Verlage und Redaktionen, weil sie den Handlungsspielraum von Auslandskorrespondenten einschränken kann und Debatten über politische Meinungsäußerungen von Journalistinnen anheizt. Für Verlage und Redaktionen erhöht sich das Risiko, dass Korrespondenten im Feld Ziel staatlicher Restriktionen werden, was Berichterstattung vor Ort erschweren kann.
Wie es einzuordnen ist
Israel hat einer Korrespondentin der taz die Einreise- beziehungsweise Akkreditierungsrechte entzogen, nachdem sie in Kommentaren Sanktionen gefordert hatte. Medien und Außenpolitik stehen damit in Spannung zu Fragen der Pressefreiheit und zu Staaten, die Journalistenakkreditierungen restriktiv handhaben. Für den deutschsprachigen Medienmarkt ist die Entscheidung ein Beispiel dafür, wie politische Statements von Korrespondentinnen direkte berufliche Folgen im Ausland haben können. Offene Fragen bleiben, etwa zur formalen Begründung der Maßnahme und möglichen Folgen für weitere deutsche Medienkorrespondenten in Israel.